Nachdem er mich zum dritten Mal versetzt hatte, seufzte der Angestellte und deutete auf einen Fremden am anderen Ende des Raumes. „Der Mann dort wartet auch schon den ganzen Tag. Sie zwei sollten einfach heiraten.“ Wir sahen uns in die Augen, nickten und sagten: „Okay.“ Vierzig Minuten später hatte ich einen Ehemann – und keine Ahnung, wer er wirklich war.
Die Rathausuhr schlug vier Uhr, ihr Echo hallte wie eine Trauerglocke durch die leere Marmorhalle. Meine Hände zitterten, als ich zum hundertsten Mal auf mein Handy starrte. Keine Anrufe. Keine Nachrichten. Marcus hatte mich offiziell zu unserem Hochzeitstermin versetzt. Zum dritten Mal. Tränen brannten in meinen Augen, heiß und beschämend. Ich stand da in einem schlichten weißen Spitzenkleid, hielt einen verwelkten Rosenstrauß in der Hand und fühlte mich wie die größte Idiotin in ganz Chicago.
Die ältere Angestellte hinter der Glasscheibe seufzte tief und mitfühlend. Sie schob meine Unterlagen zurück über den Tresen und klopfte mit ihrem Stift gegen das Glas. „Schatz, er kommt nicht“, sagte sie leise, ihre Stimme hallte durch den leeren Raum. „Du läufst hier schon seit vier Stunden auf und ab. Hör zu, wenn du heute wirklich heiraten willst, dann wartet der Mann da drüben auch schon den ganzen Tag. Seine Braut ist auch nicht aufgetaucht. Ihr zwei solltet einfach heiraten.“
Ich erstarrte. Langsam drehte ich den Kopf zur Ecke des Wartezimmers. Auf einer Holzbank saß ein großer, markanter Fremder in einem maßgeschneiderten anthrazitfarbenen Anzug. Er starrte auf ein gefaltetes Blatt Papier in seinem Schoß und wirkte genauso verzweifelt wie ich. Als er meinen Blick bemerkte, hob er den Kopf. Seine Augen waren von einem durchdringenden, intensiven Blau, dunkel vor unausgesprochener Wut und stiller Resignation.
„Meint sie das ernst?“, fragte ich mit leicht zitternder Stimme.
Der Fremde stand langsam auf und rückte seine silbernen Manschettenknöpfe zurecht. Mit bedächtigen, fast ziellosen Schritten kam er zu meinem Tresen. Aus der Nähe konnte ich den dezenten Duft von Sandelholz und frischem Regen an seiner Jacke wahrnehmen. Er sah auf mich herab, sein Blick wanderte über mein tränenüberströmtes Gesicht und mein zerknittertes Kleid.
„Warum nicht?“, sagte er mit tiefer, rauer Baritonstimme, die mir bis in die Brust fuhr. „Wir sind beide erschienen. Wir haben beide die Bearbeitungsgebühren bezahlt. Und ehrlich gesagt, fahre ich lieber verheiratet nach Hause, als mich besiegt zu fühlen.“
Ich starrte ihn an, mein Herz hämmerte wie ein gefangener Vogel gegen meine Rippen. Es war völlig verrückt. Ich kannte nicht einmal seinen Nachnamen. Doch Wut auf Marcus durchströmte mich und erstickte jeden Funken Vernunft. Ich sah dem Fremden in die Augen, erhaschte einen flüchtigen Blick auf etwas Dunkles und Gefährliches und schluckte schwer.
„Okay“, flüsterte ich.
Er zögerte nicht. „Okay.“
Forty minutes later, after whispering brief vows in front of a tired judge, I signed my name on a legal marriage certificate next to his bold signature: Julian Vance. Just like that, I had a husband. As we walked out onto the windy street, a black SUV pulled up to the curb. Two burly men in black suits stepped out, bowing respectfully to Julian.
“Sir, your father expects you at the estate,” one whispered, casting a cold glance at me.
Julian reached out, his long fingers wrapping around my waist, pulling me tight against his side. “She comes with me,” he said coldly. “She’s my wife now.”
Before I could ask what was happening, Julian pulled me into the backseat. My phone buzzed in my clutch. I glanced down and saw a frantic text message from Marcus: SOPHIA DO NOT TRUST HIM! JULIAN VANCE IS NOT WHO YOU THINK HE IS! GET OUT NOW!
My heart stopped. I turned my head to look at Julian, but he was already staring right at me, his blue eyes icy and cold.
What started as a desperate impulse was turning into a dangerous reality, but I had no idea how deeply I had just stepped into the shadows.
The black SUV sped through the rain-slicked streets of downtown Chicago, turning toward the exclusive, gated estates of Lake Forest. My breath caught in my throat as I stared at my phone screen. Marcus’s warning flashed in bright white text, but before I could type a reply, a long, firm hand reached over and smoothly confiscated my phone.
“I’ll be taking that, Sophia,” Julian said smoothly, his tone terrifyingly calm as he slipped the device into his inner jacket pocket.
“Give that back!” I demanded, my hands shaking violently as I pressed myself against the leather door. “Who are you, Julian? What is going on?”
Julian slowly unbuttoned his collar, leaning back into the dark leather seat. “I am the man you just legally bound yourself to,” he replied, his piercing blue eyes fixing on mine. “And Marcus is the coward who set us both up.”
A chill ran down my spine. “What are you talking about?”






